In unseren Zwanzigern und Dreißigern sind wir quasi so programmiert, um nach Erfolg zu streben und Karrieren aufzubauen.

In diesem Alter sind wir oft so beschäftigt mit Bildung, probieren verschiedene neue Dinge aus und genießen einfach das Leben, dass wir die meiste Zeit nicht über das Kinderkriegen und die Familienplanung nachdenken.

Alles, was uns wichtig ist, ist Spaß zu haben und die Möglichkeiten, die uns das Leben bietet, auszunutzen.

Es ist uns jedoch sozial auferlegt, dass wir nach Abschluss der Ausbildung und einem gut geordneten Leben zum nächsten Schritt gehen und unsere eigene Familie gründen.

Wenn das Leben so einfach wäre…

Wie auch immer, die Zeit vergeht, Geburtstage vergehen und man beginnt darüber nachzudenken, eine Familie zu gründen.

Beide Partner mit guten Jobs, zwei Kinder mit einem Haus im Grünen – ein typisches ideales Bild einer glücklichen Familie.

Die meisten Menschen träumen davon, eines Tages den idealen Partner zu treffen, mit dem sie all dies erreichen werden.

Jemand fühlt sich schon in Zwanzigern bereit, eine Familie zu gründen während für einige der Kinderwunsch erst später auftaucht.

Obwohl sich heute immer mehr Frauen für eine späte Mutterschaft entscheiden, gibt es aufgrund der auferlegten Allgemeinmeinung, dass wir uns in den 30er-Jahren als Eltern verwirklichen müssen, immer noch einige Befürchtungen, dies zu verpassen.

Und dann: Torschlusspanik. Die biologische Uhr tickt und der perfekte Partner ist nicht mal in Sicht.

Jahre vergehen und es scheint, dass der Wunsch, Kinder zu haben, niemals in Erfüllung gehen wird.

Aber was genau ist Torschlusspanik?

Torschlusspanik ist eigentlich die Angst, etwas zu verpassen. Dies wird meistens als Begriff für Frauen verwendet, die befürchten, aus Altersgründen keinen passenden Partner für sich zu finden oder ihren Kinderwunsch nicht erfüllen zu können.

Es kann sowohl Männer als auch Frauen betreffen und wird oft mit der Midlife-Crisis gleichgesetzt, ist jedoch etwas vielschichtiger.

Lies weiter und erfahre alles darüber!

Woher stammt der Begriff Torschlusspanik?

Ein Mann mit Brille steht vor der Tür

Die Redewendung Torschlusspanik hatte einmal nichts mit Ehe zu tun, eine Familie zu gründen und einen Partner fürs Leben zu finden. Es war eher nur ein Bedürfnis des Menschen, rechtzeitig nach Hause zu kommen.

Im Mittelalter wurden Städte von großen Mauern umgeben, um vor Feinden geschützt zu sein. Mit dem Anbruch der Dunkelheit schlossen sich die Stadttore – der sogenannte Torschluss.

Und jener, der nicht pünktlich ankommen würde, musste die Nacht vor den Stadtmauern verbringen, was sicherlich nicht angenehm war, weil es kalt war und Diebe, Räuber und Tiere herum lauerten.

Es ist verständlich, warum genau dieser Begriff zum Synonym für Menschen geworden ist, die in bestimmten Lebensjahren noch nicht in den Hafen der Ehe eingelaufen sind.

Die Angst, vor geschlossenen Toren stehen zu bleiben, ähnelt der Angst, vor den Toren des Lebens zu stehen und zuzusehen, wie jeder ein sicheres Zuhause hat, während man allein ist.

Warum entsteht Torschlusspanik?

Die Familie frühstückt in der Küche

Eine erfolgreiche Karriere, ein wundervoller Ehemann und süße Kinder – ein idealer Lebensentwurf und Verwirklichung aller Lebensziele.

Wer dies nicht erfüllt, fühlt sich wie ein Außenseiter und spürt den riesengroßen Druck der Umwelt.

Es gibt keinen idealen Moment, um eine Familie zu gründen und Kinder zu haben und es wird niemals so sein, dass alle Puzzleteile im Leben zusammengesetzt werden, sodass man endlich sagt: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Eltern zu werden. Leider nicht.

Manchmal konzentriert man sich zu sehr auf seine Karriere und merkt nicht, dass die besten Jahre seines Lebens im Streben nach Erfolg verbracht wurden.

Manchmal findet man eine ideale Person für sich, mit der man die gleichen Wünsche und Ziele teilt, aber die Beziehung fällt aus verschiedenen Gründen auseinander.

Es kann sein, dass sich die Wünsche und Ziele des Partners im Laufe der Jahre ändern, sodass derjenige, der sagte, er wolle Kinder, plötzlich dies nicht mehr will.

Es kommt vor, dass ein Partner das Kinderkriegen jahrelang verschiebt, weil er sie nicht wirklich will.

Das Leben geht jedoch seltsame Wege und keiner von uns kann den Moment bestimmen, in dem wir irgendetwas im Leben tun werden, noch können wir uns unserer Zukunft sicher sein.

Es ist auf jeden Fall verständlich, warum Torschlusspaniken auftreten. Das Ticken der biologischen Uhr ist für uns alle unvermeidlich.

Obwohl es nichts daran auszusetzen gibt, wenn man in einem späteren Alter Eltern wird, bringt die späte Schwangerschaft einige Risiken mit sich, mit denen man rechnen muss.

Der größte Fehler, den man macht, wenn man merkt, dass das Leben schnell vergeht und man seinen Kinderwunsch nicht verwirklicht hat, ist, dass man sich verzweifelt in die Partnersuche stürzt, sich bei der Partnerwahl mit weniger zufriedengibt und mit jemandem endet, den man überhaupt nicht liebt.

Man bleibt auch in toxischen Beziehungen, die schon lange Zeit keine Zukunft haben, nur um nicht allein zu sein und eine Illusion eines erfüllten Familienlebens zu erzeugen, aber tief im Inneren bleibt man leider unglücklich und unerfüllt.

Aber was ist die richtige Strategie, um mit Torschlusspanik umzugehen? Kann sie überwunden werden, ohne Hals über Kopf in die eheliche Gemeinschaft oder eine toxische Partnerschaft zu eilen?

Im Folgenden findest du Tipps, wie du mit dieser Angst am besten umgehen kannst.

Wie kann man mit Torschlusspanik richtig umgehen?

1. Denk darüber nach, was du wirklich willst

Die Blondine steht draußen in der Sonne und denkt nach

Bevor dich die Angst im Griff hat, ist es wichtig, dass du dir genau überlegst, was du eigentlich von deinem Leben willst. Nicht deine Eltern oder Freunde oder Partner, sondern nur du!

Kannst du dir vorstellen, eines Tages zu heiraten? Kannst du dir vorstellen, dein Leben mit jemandem zu teilen?

Kannst du dir vorstellen, Kinder zu haben? Macht der Gedanke an Mutterschaft dein Herz warm oder stehen deine Haare zu Berge?

Am wichtigsten ist es, deine Wünsche und Pläne in den Vordergrund zu stellen. Wenn du zum Beispiel schon lange in einer Beziehung bist, in der du Kinder haben möchtest und dein Partner nicht das gleiche will, wäre es am besten, dich zu trennen.

Egal wie sehr du ihn liebst. Vielleicht willst du dich nicht trennen aus Angst, allein gelassen zu werden, aber überlege, ob es sich lohnt, in solch einer Beziehung zu bleiben, wo du deine Träume aufgeben musst?

Eine gesunde Portion Egoismus hilft dir, die Torschlusspanik zu überwinden. Denn wenn du dich selbst an die erste Stelle setzt, wirst du wissen, was du eigentlich willst und auf dieser Grundlage kannst du festlegen, was der nächste Schritt ist, den du machen musst.

2. Lass dich nicht von deiner Umgebung beeinflussen

Zwei Frauen sitzen auf der Treppe und reden

Die Hauptursache für die Schaffung von Torschlusspanik ist genau die Umgebung mit Fragen und dem damit verbundenen mitfühlenden Blick: Wie kommt es, dass du immer noch Single bist?

Mein Cousin ist auch Single, ihr solltet euch treffen. Wie kommt es, dass deine Schwester schon verheiratet ist und du nicht? Und so weiter und so fort.

Der Druck der Umwelt kann dazu führen, dass wir uns tagelang ins Haus schleichen und nicht unter Menschen gehen, während wir darüber nachdenken, was mit uns los ist und wie es dazu kommt, dass jeder vergeben ist, nur wir für immer Single sind.

Lass dich davon nicht in den Wahnsinn treiben. Menschen werden sich immer in alles einmischen, was sie nicht angeht. Man muss nur wissen, wie man am besten damit umgeht.

Lass dich nicht von diesem Druck der Umwelt beeinflussen. Du weißt am besten, wie du dein Leben leben willst und du willst es bestimmt nicht nach den Erwartungen deiner Eltern oder irgendeiner Tante oder irgendeines Onkels gestalten.

Sag einfach, du willst dieses Thema nicht mehr besprechen. So unhöflich es auch klingen mag. Jeder hat das Recht, sein Leben so zu leben, wie er will.

3. Der richtige Umgang mit der Partnersuche

ein Paar in einer Umarmung, das auf einer Brücke steht

Dank der Torschlusspanik ist man bereit, das zu tun, was man niemals tun würde.

Also geben die Leute die große Liebe auf, geben sich mit weniger zufrieden, suchen einen Partner in irgendjemandem, nur um nicht allein zu sein.

Deine Angst kann man spüren und dies kann sich sehr negativ auf deine Partnersuche auswirken.

Gerade wegen der Torschlusspanik könnte es so aussehen, als ob du verzweifelt nach dem zukünftigen Vater deiner Kinder suchst.

Einige Frauen sprechen über Ehe und Familiengründung schon beim ersten Date, was natürlich die meisten Männer verschreckt und abweist.

Obwohl es wichtig ist, mit jemandem zusammen zu sein, der die gleichen Ansichten über die Zukunft hat, ist dies in der Dating-Phase ein absolutes No-Go.

Der Aufbau einer Beziehung braucht Zeit und es dauert einige Zeit, bis die Partner sich gegenseitig genug vertrauen, um gemeinsam ihre Zukunft aufbauen zu können.

Entspann dich. Lerne Männer kennen, gehe mit ihnen aus und gehe Beziehungen nur dann ein, wenn du das Gefühl hast, er könnte dein Traummann sein und nicht dann, wenn deine biologische Uhr dir sagt, dass es Zeit ist, Kinder zu haben.

4. Genieße dein Singleleben

Eine lächelnde Blondine streckt sich am Morgen nach dem Aufwachen

Warum wird die Meinung unbedingt auferlegt, dass jemand, der Single ist, nicht das volle Potenzial seines Lebens nutzen kann?

Ist es nicht besser, Single zu sein als in einer giftigen Beziehung, in der dein Partner dich herabsetzt, betrügt und belügt?

In einer Beziehung, in der du dich ungeliebt fühlst? Ist es nicht besser, Single zu sein und zu warten, bis der Richtige erscheint, der den Boden unter deinen Füßen bewegt und deine Lebensplanung ändert?

Das Singleleben hat viele Vorteile. Man hat Zeit, an sich selbst zu arbeiten, sein Selbstbewusstsein aufbauen, sich in anderen Lebensbereichen weiterzuentwickeln und sich Dingen zu widmen, die man nicht tun kann, wenn man sich um seine Familie kümmern muss.

Also genieße dein Single-Dasein. Reise, gib Geld für dich selbst aus, für Massagen, Beauty-Behandlungen, lerne neue Leute kennen, probiere neue Dinge aus – genieße einfach dein Leben in vollen Zügen!

Sobald du akzeptierst, dass das Singleleben kein verpasstes Leben ist und wenn du aufhörst, dich über das Alleinsein zu ärgern, während alle um dich herum in Beziehungen sind, wirst du sehen, wie sich deine Einstellung zum Leben ändert.

Und das Beste: Wenn du aufhörst, nach etwas zu suchen, kommt es einfach von selbst zu dir und so ist es auch mit Liebe.

5. Sei geduldig!

Eine Frau mit Brille sitzt auf dem Boden und hält ein Zwergkaninchen in den Armen

Deine Freundin erwartet bereits ihr zweites Kind, während du noch immer Single bist?

Du erhältst jedes Jahr eine Einladung zu einer Hochzeit, während du und dein Freund noch nicht darüber gesprochen habt?

Na und?

Alles passiert aus einem Grund und jeder von uns lebt in seinem eigenen Tempo und es gibt keine Garantie für Glück, wenn du mit 25 und nicht mit 35 heiratest und Kinder kriegst.

Aus diesem Grund solltest du dich selbst und deinen potenziellen Partner nicht unter Druck setzen, denn die wahren Werte sind die Zeit und Geduld wert.

Lass die Zeit ihre Sache machen und überstürze nichts, denn es ist nie zu spät, um deine Träume zu erfüllen.

Fazit: Torschlusspanik tritt in bestimmten Lebensjahren auf, wenn man erkennt, dass die Zeit vergeht und man das Familienleben noch nicht verwirklicht hat.

Die Torschlusspanik betrifft Frauen am meisten, weil ihre biologische Uhr ab 30 Jahren immer lauter tickt und Druck auf Frauen ausübt, so schnell wie möglich Kinder zu bekommen.

Torschlusspanik ist jedoch eine natürliche Sache und nicht nur für die Familiengründung, sondern auch für viele andere Dinge im Leben. Man sollte sich deswegen nicht zu viele Sorgen darüber machen.

Es ist wichtig, dass du dich selbst, deine Wünsche und Bedürfnisse kennst. Gib dich nicht mit weniger zufrieden, nur um die Erwartungen und Wünsche anderer Menschen zu erfüllen.

Was zählt ist, was du fühlst und willst. Hör auf dein Bauchgefühl und sei geduldig, denn alles, was wertvoll ist, kommt nicht über Nacht.

Viel Glück!

Torschlusspanik: Nicht Jede Geschlossene Tür Ist Eine Schlechte Sache