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Er hatte alle Zeit der Welt – doch irgendwann hatte ich genug

Er hatte alle Zeit der Welt – doch irgendwann hatte ich genug

Ich habe gewartet.

Ich habe gehofft.

Ich wollte unbedingt, dass er seine Versprechen wahr macht. Ich wollte ihm glauben.

Er sagte immer wieder, dass sich die Dinge ändern würden. Nach jedem Streit und jeder Diskussion versprach er mir den Himmel und die Sterne.

Doch was dann folgte, waren nicht seine Taten, sondern immer wieder dasselbe.

Also wartete ich und hoffte, dass er eines Tages mich sehen, mich hören und mich spüren wird. Ich hielt an der Idee fest, dass er die Augen öffnen und einsehen wird, dass wir etwas ganz Besonderes haben.

… die Zeit verging.

Bis eines Tages ich diejenige war, die die Augen endlich öffnete. Plötzlich war es nicht mehr seine Entscheidung, sondern meine. Und genau das änderte für immer alles. 

Meine Geduld wurde meine Tugend

Du brauchst Zeit. Du brauchst Raum. Du wirst dich ändern. Du musst an dir arbeiten.

Immer wieder versuchtest du, mich auf diese Weise davon zu überzeugen, zu bleiben. Du hast mir genau das gesagt, was ich hören wollte, um dein seltsames Verhalten zu verstehen.

Oh Gott! Wie oft habe ich jeden meiner Sätze analysiert und meine Taten zerpflückt, um herauszufinden, was ich so falsch mache!

Immer wieder fragte ich mich, warum es dir so schwerfällt, dich endlich zu bemühen, dich mit ganzem Herzen für uns beide zu entscheiden. Für uns da zu sein, für mich.

Also entschloss ich mich, zu warten. Ich wollte dir die Zeit geben, die du brauchst, um zu sehen, dass wir es wert waren.

Meine Geduld kannte in diesen Zeiten keine Grenzen. Ich wollte dich so sehr, ich wollte uns so sehr, dass ich bereit war, für immer auf dich zu warten.

Meine Geduld wurde meine Tugend, denn du hattest nie vor, dich zu ändern. Du hattest nie vor, dich zu entscheiden oder dich an mich zu binden.

All diese Zeit drehte ich mich um dich, ließ aber mich selbst auf der Strecke. Leider sah ich das lange nicht.

Ich verlor mich in dir – bis ich mich selbst nicht mehr erkannte.

Ich sah nicht, was sich vor meinen Augen abspielte

Ich redete mir selbst immer wieder ein, dass, wenn ich nur geduldig genug bin, du endlich einsehen wirst, was für ein tolles Team wir sind.

Du wiederholtest mir, dass „bald“ alles wieder besser wird, dass sich alles ändern wird. Doch dazu kam es nie.

Ich war eigentlich alleine. Ich war nämlich die Einzige in unserer „Beziehung“, die jederzeit in ihr sein wollte.

Wo warst du? Irgendwo am Rand, während du mich beim Warten beobachtet hast?

Du wusstest ganz genau, dass ich auf dich warten werde, und genau das hast du schamlos ausgenutzt. Du hast dich nicht beeilt, du wolltest dich nicht entscheiden.

Es ging immer darum, was du brauchst und wie du dich fühlst. Meine Gefühle waren immer, aber auch wirklich immer zweitrangig oder überhaupt nicht wichtig.

Es tat mir weh, weißt du? Du hast meine Geduld ausgenutzt, doch Liebe sollte niemals eine Geduldsprobe sein.

Und genau das wurde mir schmerzlich bewusst.

Der Moment, in dem ich mich selbst wiederfand

Es gab keinen großen Knall, keine dramatische Trennung. Nur eine stille Erkenntnis: Ich verdiene mehr.

Ich verdiene jemanden, der sich für mich entscheidet – ohne Zögern, ohne Warten, ohne „später“. 

Ich verdiene jemanden, der seine Hände nicht von mir lassen kann, jemanden, der ein breites Grinsen im Gesicht hat, wenn er mich sieht.

Ich verdiene einen Mann, der mich wertschätzt, der stolz darauf ist, mein Partner zu sein.

Und das warst du nicht!

Hand aufs Herz, am Ende wussten wir beide, dass du es auch niemals sein wirst.

Ich wusste schon immer, dass ich dich liebe. Ich habe aber meine wichtigste Liebe vergessen – die zu mir selbst.

An dem Tag, an dem ich dieser erschreckenden Wahrheit endlich ins Gesicht sah, begann ein neuer Abschnitt meines Lebens.

Es war der Weg der Freiheit, Selbstliebe und Würde.

Ja, du hast richtig gelesen, ich liebte dich mit ganzem Herzen – aber meine Würde lasse ich mir nicht nehmen.

Ich wusste, dass ich dich liebe, aber ich wusste auch, dass ich mich selbst lieben muss.

Als ich ging, fühlte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder Freiheit.

Und zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte es sich nicht nach einem Verlust an, sondern nach einem Neuanfang.

Ruf mich nicht an – jetzt ist es zu spät

Jetzt, in dem Moment, in dem ich mich endlich befreit habe und den Weg zu mir selbst gefunden habe, kommst du.

Du hast plötzlich eingesehen, was du in mir hattest? Du hast jetzt gemerkt, was ich alles bereit war, für dich zu tun?

Zu spät!

Ich habe so viele Jahre auf dich verschwendet. Eine Zeit, die ich nie wieder zurückbekommen werde.

Du wusstest ganz genau, dass du mich nur hingehalten hast. Du hast alles von mir genommen und nichts zurückgegeben.

Und jetzt tut es dir leid? Warum hat es dir nicht leidgetan, als ich dich anflehte, mit mir zu reden und offen zu sagen, was du denkst?

Du hast die Frau deines Lebens verloren, mein Lieber. 

Warum hat es dir nicht leidgetan, als ich dich anflehte, uns ernst zu nehmen und dich endlich für uns zu entscheiden?

Du hast mich warten lassen – und jetzt erwartest du, dass ich nach deiner ersten Entschuldigung zu dir zurückkomme?

Bring mich bitte nicht zum Lachen! Was bildest du dir nur ein?

Du hattest alle Zeit der Welt – und die ist jetzt abgelaufen.

Es gibt eine Grenze zwischen Warten und sich selbst verlieren. Ich habe meine gefunden. Und das hat mich gerettet.

Ich hätte dich ewig lieben können, doch stattdessen habe ich mich entschieden, mich selbst zu lieben.

Deine Zeit ist bei mir abgelaufen.

Und weißt du was? Ich vermisse dich nicht mal.