Skip to Content

7 Alarmzeichen, dass du in Beziehungen viel zu viel gibst 

7 Alarmzeichen, dass du in Beziehungen viel zu viel gibst 

Wenn man jemanden liebt, tut man für denjenigen einfach alles. Klingt doch richtig, oder? Aber ist es wirklich so?

Wusstest du, dass manche Menschen zu sehr lieben und in einer Beziehung alles geben, obwohl sie vielleicht nicht das Gleiche zurückbekommen? 

Wie kann es sein, dass jemand zu sehr liebt, fragst du? Ist Liebe nicht eines der schönsten Gefühle auf der Welt, nach dem wir uns alle sehnen?

Es gibt auch die Art von Liebe, bei der wir an die Grenze der Selbstaufopferung stoßen. 

Die Art von Liebe, bei der wir einfach nur geben und weniger oder nichts zurückbekommen. 

Wenn du dich in dieser Situation wiederfindest und denkst, dass du in Beziehungen immer diejenige bist, die mehr gibt, als sie bekommt, dann lies unbedingt weiter, denn ich werde dir zeigen, was dahintersteckt und wie du das ändern kannst.

Ist übermäßiges Geben wirklich ein Zeichen von Liebe?

Liebe sollte selbstlos sein, das ist eine Tatsache. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen gesunder Selbstlosigkeit und Großzügigkeit und übermäßigem Geben

Laut Psychologie kommt ein übermäßiges Geben aus einem leeren Herzen, während echte Großzügigkeit und Selbstlosigkeit aus einem vollen Herzen kommen. (1)

Die Autorin des Buches “Eat, Pray, Love”, Elizabeth Gillbert, sagte in einem Interview in der Daily Mail, dass ein chronischer “Über-Geber” (engl. Overgiver) nicht ganz dasselbe ist, wie ein großzügiger Mensch. 

Während jemand mit einem großzügigen Herzen vielleicht gibt und keine Gegenleistung erwartet, gibt ein “Über-Geber” mit der Absicht, “für den Rest der Zeit verwöhnt, gefeiert, gelobt und bedingungslos geliebt zu werden.”

Das bedeutet also, dass eine Person, die zu viel von sich gibt, versucht, das Gefühl der Leere, des geringeren Wertes zu kompensieren, und nach Wegen sucht, sich wertgeschätzt zu fühlen. (1)

Ein “Über-Geber” zu sein, ist oft ein selbstzerstörerisches Verhalten, das sich negativ auf alle Bereiche des Lebens auswirken kann, insbesondere auf Beziehungen, ob romantisch oder freundschaftlich.

Bevor ich dir verrate, wie du damit umgehen kannst, solltest du dir zunächst diese Anzeichen ansehen, um herauszufinden, ob du dich selbst als Overgiver bezeichnen kannst. 

Anzeichen, dass du in deinen Beziehungen zu viel und einseitig gibst 

1. Geben fühlt sich besser an als Empfangen 

In all deinen Beziehungen bist du immer diejenige, die mehr von sich gibt, weil du dich besser fühlst, wenn du Liebe gibst, als wenn du sie empfängst. Kommt dir das bekannt vor?

Wenn jemand dir Aufmerksamkeit schenkt oder dir Komplimente macht, fühlst du dich seltsam und hinterfragst die Beweggründe dafür. 

Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit geringem Selbstwertgefühl Komplimente eher negativ aufnehmen und sie sogar abwerten. (2) 

Dem Geber fehlt es aus verschiedenen Gründen an der Fähigkeit, Liebe und Aufmerksamkeit zu empfangen, und er findet sich daher in der Rolle einer Person wieder, die lieber gibt. 

Manche Menschen fühlen sich sogar schuldig, wenn jemand etwas Nettes für sie tut, weil sie glauben, dessen nicht würdig zu sein, und all dies kommt von einem geringen Selbstvertrauen. (3) 

2. Du stellst die Bedürfnisse Anderer vor deine Eigenen

Vernachlässigst du deine eigenen Interessen? Willst du es anderen recht machen, auch wenn es für dich nicht angenehm ist? 

Jede Beziehung erfordert ein gewisses Maß an Opfern und Kompromissen, aber man darf niemals seine eigenen Bedürfnisse aufgeben und vernachlässigen

Es ist erwiesen, dass übermäßige Aufopferung in Beziehungen nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Beziehung selbst schädlich ist. 

Vor allem, wenn eine Person einige ihrer Ziele, Grundsätze oder Vorlieben aufgibt, um Opfer zu bringen. (4).

In einer Beziehung ist es wünschenswert, Kompromisse einzugehen und die Bedürfnisse des Partners zu erfüllen, aber nicht auf Kosten der Vernachlässigung der eigenen. 

3. Du hast das Gefühl, die falschen Leute anzuziehen

Menschen, die in Beziehungen zu viel geben, haben oft das Gefühl, dass sie ständig die falschen Menschen in ihrem Leben anziehen: Partner, die ihre Aufopferung, ihre Liebe und ihr Bemühen nicht zu schätzen wissen oder Freunde, die ihre Großzügigkeit missbrauchen.

Der Grund dafür ist, dass Overgivers so viel erwarten, wie sie geben, und wenn sie es nicht bekommen, können sie sich leicht ausgenutzt fühlen. 

“Es ist wichtig, sich an Zeiten zu erinnern, in denen andere Menschen Wertschätzung für einen gezeigt haben (auch wenn dies schon eine Weile zurückliegt). Und man sollte sich auch daran erinnern, sich selbst Grenzen zu setzen”, sagt die Psychotherapeutin und Autorin Amy Morin zu diesem Thema.

4. Du glaubst, dass es deine Aufgabe ist, die Beziehung aufrechtzuerhalten 

Welches Problem auch immer in eurer Beziehung auftritt, du bist immer diejenige, die versucht, es zu lösen? Du suchst den Schuldigen immer in dir selbst und fragst dich, was du hättest anders machen können … 

Das ist ein klares Zeichen dafür, dass du ein Mensch bist, der in Beziehungen sehr viel von sich selbst gibt. 

“Jede Beziehung, in der sich Anstrengung, Energie und Aufgaben unausgewogen anfühlen und in der man das Gefühl hat, dass es keine Gegenleistung gibt, die man sich so sehr wünscht, ist eine einseitige Beziehung”, sagt beispielsweise die Psychologin Dr. Bea bei HealthEssentials

Eine Beziehung sollte eine gemeinsame Anstrengung und eine wechselseitige Energiezufuhr sein, damit alles so funktioniert, wie es sollte. Eine Person allein kann nicht die ganze Last der Beziehung tragen.

5. Du veränderst dich 

Wer in einer Beziehung zu viel gibt, neigt dazu, sich seinem Partner zuliebe zu verändern. 

Sie opfern, wer sie sind, ihre Interessen und Hobbys, um ihrem Partner so viel wie möglich zu gefallen. 

Sie ändern auch ihr Verhalten und unterdrücken ihre Gefühle und Bedürfnisse, wenn ihr Partner negativ auf sie reagiert. Oft werden sie etwas nicht mitteilen, nur um einen Konflikt zu vermeiden und ihren geliebten Menschen nicht in Verlegenheit zu bringen. (5)

Es ist eine Sache, sich für eine Beziehung anzupassen und Kompromisse einzugehen, und eine ganz andere, seine Stimme und sich selbst zu verlieren. Lass das nicht mit dir geschehen.

6. Du fühlst dich leer  

Übermäßiges Geben in Beziehungen kann dazu führen, dass man sich emotional leer fühlt

Der Grund dafür ist, dass, wie ich bereits erwähnt habe, der Gebende dazu neigt, all die Liebe, Aufmerksamkeit und Hingabe, die er gibt, zurückzuerwarten. 

Wenn dies jedoch aus irgendeinem Grund nicht der Fall ist, fühlt sich der Overgiver emotional leer. 

Darüber hinaus kann die übermäßige Fürsorge für einen Partner, einen Freund oder allgemein für andere zu emotionaler Erschöpfung führen, weil man sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse vernachlässigt.

7. Du fühlst dich nachtragend (nach allem, was ich für ihn getan habe)

Eine weitere Folge des übermäßigen Gebens in Beziehungen kann ein Gefühl des Grolls gegenüber dem Partner oder Freund sein.

 Man hat immer das Gefühl, dass man nicht so viel bekommt, wie man gibt. 

In manchen Situationen kann es sich einfach um unterschiedliche Liebessprachen handeln, durch die der Geber nicht merkt, dass er Liebe, Aufmerksamkeit und Wertschätzung bekommt. 

Beim Geber kommen oft Gedanken auf, wie etwa “nach allem, was ich für ihn getan habe”, “es war immer noch nicht genug” und Ähnliches. 

Das steigert nur den Groll und Unzufriedenheit. 

Seien wir mal ehrlich, ein Geber zu sein, ist nichts Schlechtes. Es ist ein wunderbares Gefühl, das Beziehungen erfüllt und ihnen Sinn verleiht. 

Es kann jedoch selbstzerstörerisch werden, wenn wir nicht aus selbstlosen Gründen geben, sondern weil wir:

  • einen Mangel an Selbstvertrauen kompensieren wollen
  • jemanden dazu bringen wollen, uns mehr zu lieben
  • uns besser fühlen wollen 
  • die Anerkennung einer anderen Person suchen.

Wie wird man also diese schädliche Angewohnheit los?

Wie kann man aufhören, ein Über-Geber zu sein?

Hier sind einige Tipps, wie du mit dem Overgiving aufhören kannst:

1. Hinterfrage deine Motive

Jedes Mal, wenn du anfängst, etwas für jemanden zu tun oder einen Kompromiss einzugehen, stelle dir die Frage: Warum tue ich das? Was ist das versteckte Motiv und wie werde ich mich danach fühlen? 

Tue ich etwas, nur, weil ich eine Gegenleistung erwarte? Oder tue ich etwas nur, damit der andere mich mehr schätzt oder liebt? 

Wenn du dich nach deinem “Geben” leer oder erschöpft fühlst, dann gibt es ein Problem und du musst die Ursache dafür herausfinden.

2. Beseitige negative Glaubenssätze

Menschen geben oft zu viel und machen anderen eine Freude, um sich deren Bewunderung und Aufmerksamkeit zu verdienen (6), weil sie tief im Inneren glauben, wertlos oder nicht gut genug zu sein

Sie denken, dass sie allein gelassen werden, wenn sie ihren Partnern oder Freunden nicht zu viel von sich geben. 

Du musst dich von tief verwurzelten negativen Überzeugungen über dich selbst befreien, um wirklich zu verstehen, wie viel du wert bist und wie viel du verdienst.

3. Gesunde Grenzen setzen

Gesunde Grenzen zu setzen bedeutet, klar zu sagen und zu zeigen, wie viel man für jemanden tun kann. 

Falls du das Gefühl hast, dass jemand zu viel von dir verlangt, musst du es diese Person wissen lassen. 

Ein Beispiel: Eine Freundin ruft dich nach Mitternacht an, um dir von ihrem Ex-Freund zu erzählen. Wenn dir das unangenehm ist, kannst du sie bitten, deine Zeit zu respektieren und zu sagen, dass du zur Verfügung stehst, wenn es für dich passt. 

Auf diese Weise lernst du, dich selbst und deine Zeit mehr zu respektieren und manchmal auch Nein zu sagen. 

4. Sei deine eigene Priorität

Es ist wichtig, sich Zeit für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu nehmen. Finde ein neues Hobby, das dich erfüllt, nimm dir Zeit für einen Spaziergang, einen Selbstfürsorgetag oder sorge einfach anderweitig für Ablenkung.

Das Wichtigste ist, dass du dich gut fühlst. 

Achte mehr auf dich und dein Wohlbefinden und du wirst sehen, dass sich die Dinge zum Besseren wenden.

5. Kommuniziere offen 

Wenn du zum Beispiel in einer Beziehung das Gefühl hast, dass du mehr gibst als dein Partner, musst du das mitteilen. 

Vielleicht liegt es wirklich nicht an deinem mangelnden Selbstvertrauen oder daran, dass du Anerkennung suchst. 

Es kann auch sein, dass dein Partner nicht weiß, wie du dich fühlst, sodass er keinen Raum hat, um etwas zu ändern. Eine klare Kommunikation kann viele Probleme lösen, also versuche es doch einmal.

6. Entwickle Selbstliebe

Ein Sprichwort von Kemi Sogunle besagt: “Wenn du dich selbst nicht lieben kannst, kannst du niemanden lieben. Du kannst die Liebe, die du nicht hast, nicht geben.

Deshalb ist es wichtig, dass du zuerst weißt, wie du dich selbst lieben kannst, dir selbst gefällst und das Wichtigste für dich selbst wirst.

Anstatt nach Möglichkeiten zu suchen, den Mangel an Selbstvertrauen und Liebe auszugleichen, solltest du daran arbeiten, Selbstliebe zu entwickeln

Alles, was dich emotional auslaugt, muss aufhören, und du musst dich auf die Dinge konzentrieren, die dich glücklich machen. Nur wenn du anderen zeigst, dass du dir deines Wertes bewusst bist, werden sie dich auch so behandeln.

Fazit 

Selbstlosigkeit ist eines der wichtigsten Dinge in zwischenmenschlichen Beziehungen, aber wenn sie die Grenze einer Person überschreitet, die zu viel von sich selbst gibt, dann wird es zum Problem. 

Das Wichtigste ist, zu wissen, was man wert ist, und sich selbst Grenzen zu setzen. Alles, was dazu führt, dass man sich leer und unzufrieden fühlt, ist nicht hilfreich und muss geändert werden.

Konzentriere dich auf dich selbst, auf deine Bedürfnisse und übe Selbstliebe, um so glücklich und zufrieden wie möglich zu werden. Nur dann kannst du diese Liebe um dich herum selbstlos verbreiten. <3

Ihr Weg verwendet ausschließlich von Fachleuten geprüfte Studien und vertrauenswürdige Quellen, um sicherzustellen, dass unsere Inhalte wahrheitsgemäß, korrekt und zuverlässig sind.

1. Kleiman, K. (2014) Are You an Over-Giver? Psychology Today.

2. Kille, D., Eibach, R., Wood, J., Holmes, J. (2016) Who Can't Take a Compliment? The Role of Construal Level and Self-Esteem in Accepting Positive Feedback from Close Others. Journal of Experimental Social Psychology

3. Budiarto, Y., Helmi, A.F. (2021) Shame and Self-Esteem: A Meta-Analysis. Europe’s Journal of Psychology

4. Righetti, F. Visserman, M., Impett, E.A. (2022) Sacrifices: Costly prosocial behaviors in romantic relationships. Current Opinion in Psychology

5. Laursen, B., Hafen, C. (2010) Future Directions in the Study of Close Relationships: Conflict is Bad (Except When It's Not). Soc.Dev.

6. Exline, J., Zell, A.L., Bratslavsky, E., Hamilton, M., Swenson, A. (2012) People-Pleasing Through Eating: Sociotropy Predicts Greater Eating in Response to Perceived Social Pressure. Journal of Social and Clinical Psychology