Jedes Paar kennt sie – und wirklich keine Beziehung ist vor ihnen sicher: Beziehungsprobleme.
Wie groß, klein, nervig oder störend sie auch sein mögen, mit der Zeit tauchen sie in jeder Partnerschaft auf.
Und das ist auch komplett normal.
Was wir jedoch mit ihnen machen – wie wir mit ihnen umgehen, sie lösen, unter den Teppich kehren oder sie vielleicht sogar eskalieren lassen – liegt ganz bei uns.
Nicht jedes Problem muss auch gleich ordentlich Krach verursachen.
Wenn wir rechtzeitig lernen, mit ihnen umzugehen, kann jedes von ihnen innerhalb von Minuten der Vergangenheit angehören.
Wie das genau klappt, möchte ich heute in diesem Artikel mit dir teilen:
1. Hör auf, alles runterzuschlucken – sprich aus, was dich bewegt
Du wärst überrascht, wie viele Probleme wegen Dingen entstehen, die nie angesprochen werden.
Es nervt dich, dass er dir nie Bescheid gibt, wenn er zu spät kommt. Er kommt damit nicht klar, dass du jedes Wochenende nur am Putzen bist.
Ihr seid beide genervt, frustriert und versteht einander nicht – aber so richtig ausgesprochen habt ihr es nicht.
Die kleinsten Probleme können sehr schnell eskalieren, wenn die Partner nicht rechtzeitig lernen, sie anzusprechen und aus dem Weg zu schaffen.
Sag ihm, dass du sein Verhalten als respektlos empfindest. Und er wird dir zeigen, dass er am Wochenende auch mal etwas außerhalb des Hauses unternehmen und Zeit mit dir verbringen möchte.
Hinter vielen Kleinigkeiten verstecken sich oft tiefere Gefühle, als wir vermuten.
Hört also auf, eure Probleme runterzuschlucken oder zu ignorieren – denn das wird früher oder später nur Krach verursachen!
2. Erfrage den Hintergrund eurer Probleme
Einen Teil dieses Schrittes habe ich zuvor schon angesprochen.
Zu spät sein, sich vernachlässigt fühlen, klammern, Konflikte vermeiden – all diese Beziehungsprobleme haben oft einen komplizierteren Hintergrund.
Das geschieht wirklich, obwohl wir uns dessen oftmals gar nicht bewusst sind.
Was denkst du: Was ist der Hintergrund eurer Beziehungsprobleme?
Ihr beide bringt eure eigenen Erfahrungen mit Beziehungen, Wunden, Ängsten und Unsicherheiten mit in eure Partnerschaft.
Diese haben euch zu den Menschen gemacht, die ihr heute seid – eben auch in eurer Beziehung.
Ist seine Bindungsangst der Grund für seine Abwesenheit? Sind deine Vertrauensprobleme die Ursache deiner Unsicherheiten?
Statt nur auf das Offensichtliche zu reagieren – eure aktiven Beziehungsprobleme – versucht zu sehen, was sich unter der Oberfläche verbirgt. Und zwar bei euch beiden.
3. Hör zu, um zu verstehen – nicht, um zu antworten
Richtiges Kommunizieren muss gelernt sein. Es ist weder ein Monolog noch ein Wettkampf darüber, wer Recht und wer Unrecht hat.
Ihr müsst beide lernen, dem Partner richtig zuzuhören. Das heißt nicht nur still sein und mit dem Kopf nicken, sondern wirklich versuchen zu verstehen, was der andere sagt.
Versuche nicht, jedes seiner Worte sofort auf die Waage zu legen und zu bewerten. Im Eifer des Gefechts tun wir nämlich genau das.
Wählt dieses Mal einen anderen Weg.
Das Gespräch soll effektiv sein. Das wird es nur, wenn ihr beide ruhig bleibt und mit der Absicht hineingeht, den Partner und seine Sichtweise wirklich verstehen zu wollen.
So werdet ihr nicht nur eure Beziehungsprobleme aus der Welt schaffen, sondern euch auch näherkommen.
4. Gönnt euch bewusste Pausen – auch in der Liebe
Manchmal braucht es kurz Distanz, um sich wieder aufeinander zuzubewegen.
Ein Wochenende allein, ein Spaziergang zum Durchatmen oder ein „Wir reden morgen weiter“ kann Wunder wirken, bevor alles eskaliert.
Und davor solltet ihr euch niemals scheuen. Jeder braucht mal eine Pause.
Wir alle haben diese Phasen im Leben, in denen uns einfach alles über den Kopf wächst – manchmal eben auch der Partner oder die Liebesbeziehung.
Eine gesunde Balance zwischen Nähe und Distanz in einer Beziehung ist ein riesengroßes MUSS.
Nimm dir die Verschnaufpause, die du brauchst. Aber vergiss nicht, sie auch deinem Partner zu gönnen, wenn er sie braucht.
Nur so könnt ihr euren persönlichen Freiraum erhalten – und trotzdem immer wieder zueinanderfinden.
Klammern oder pausenlos auf einem Problem herumzutrampeln wird nichts bringen. Zeit und Raum können Wunder bewirken – du musst nur daran glauben.
5. Weniger „du machst“ – mehr „ich fühle“
Es ist eine der einfachsten Strategien der richtigen Kommunikation – sie kann aber enorme Veränderungen bewirken.
Beschuldigungen, Nörgeln, Schuldzuweisungen haben noch nie zu einem schönen Gefühlsaustausch geführt – sie eskalieren meistens in einem Streit.
Lernt also in eurer Kommunikation, den Spieß umzudrehen. Wie das klappt? Hier ein Beispiel:
Statt: „Du hörst mir nie zu!“
Sag: „Ich fühle mich manchmal nicht gesehen oder missverstanden.“
Oh ja! Statt Du-Beschuldigungen gib deinem Partner Ich-Botschaften.
Das wird nicht nur die Perspektive verändern – er wird sich auch nicht direkt angegriffen fühlen.
Es wird euch beiden leichter fallen, auf die Gefühle und Gedanken des anderen einzugehen und entsprechend zu reagieren.
Hört sich doch schon viel besser an, oder?
Diese Art der Kommunikation wird dir Türen öffnen, statt sie zuzuschlagen. Sie zeigt deine Verletzlichkeit – nicht deine Wut.
Es ist ein wichtiger Weg, um Beziehungsprobleme zu verbannen.
6. Lasst euch helfen – stark ist, wer Unterstützung annimmt
Wenn ihr das Gefühl habt, euch mit euren Problemen nur im Kreis zu drehen, aber beide weiterhin daran arbeiten wollt, solltet ihr euch Hilfe von außen holen.
Eine dritte Person – sei es ein Paartherapeut, ein guter Freund oder jemand anderes – kann euer Problem objektiv betrachten und euch unterstützen.
Es ist niemals eine Schande, nach Hilfe zu fragen – auch nicht als Paar.
Eine größere Schande wäre es, eine gute Beziehung in Problemen ersticken zu lassen, weil man nicht den Mut hatte, sich Hilfe zu holen.
Eine neue Perspektive wird euch neue Einsichten bringen. Und ihr werdet Werkzeuge bekommen, um solche (und ähnliche) Probleme in Zukunft zu vermeiden.
Deshalb: Die Entscheidung, Hilfe zu suchen, wird sich mehr als lohnen.
7. Erkenne den Punkt, an dem Loslassen gesünder ist
Genauso wichtig wie das Kämpfen für die Liebe ist auch das Eingeständnis, wann Loslassen der gesündere Weg ist.
Manche Beziehungen sind einfach nicht für immer gedacht. Vielleicht ist es nicht der richtige Zeitpunkt. Vielleicht kreuzen sich eure Wege irgendwann wieder.
Aber wenn ihr jetzt mehr unglücklich als glücklich miteinander seid, müsst ihr ehrlich zu euch sein.
Wenn dein Herz voll ist mit Trauer, Schmerz und Einsamkeit – dann ist es vielleicht an der Zeit, dein Glück woanders zu suchen.
Und ich weiß, wie sehr diese Entscheidung wehtut und wie sehr sie das Herz zerreißen kann. Eine Trennung trotz Liebe ist einer der schwersten Wege, eine Beziehung zu beenden.
Aber: Wenn alles Reden, Fühlen, Kämpfen nichts ändert, ist es okay, dich selbst an erste Stelle zu setzen.
Selbstliebe ist keine Flucht – sie ist Heilung.