Warum ist es heute so schwer, einen guten Mann zu finden?
Ein ehrlicher, treuer und verständnisvoller Mann – ist er wirklich das Einhorn der modernen Zeit geworden?
Sind unsere Chancen größer, im Lotto zu gewinnen oder beide Augenbrauen gleichzeitig perfekt und identisch zu formen, als einen guten Mann zu finden?
Immer öfter schreiben mir unsere Leserinnen genau zu diesem großen und wichtigen Thema: Warum ist es so schwer, einen guten Mann zu finden?
Und nein – es ist nicht deine Schuld. Es liegt auch nicht an den zwei Kilo, die du vielleicht zugenommen hast. Und ganz sicher nicht daran, dass du keine Lust mehr auf Clubs, durchfeierte Nächte oder belanglose Dates hast.
Heute schauen wir uns dieses Thema gemeinsam etwas genauer an.
Ehrlich, ohne Schuldzuweisungen – und finden sogar eine Lösung. Versprochen.
Das Idealbild ist klarer geworden – und genau das macht es schwieriger

Früher wollten viele Frauen einfach „irgendwen“, der nett ist und bleibt. Heute wissen wir sehr genau, was wir wollen – und vor allem, was wir nicht mehr wollen.
Wir haben Beziehungen erlebt, uns selbst verloren, wiedergefunden, reflektiert und gelernt.
Diese Erfahrungen haben uns sensibler gemacht für das, was uns wirklich guttut – und für das, was wir nie wieder akzeptieren möchten.
Wir suchen keinen perfekten Mann. Aber wir suchen einen, der emotional erreichbar ist. Der zuhören kann. Der ehrlich kommuniziert. Der Verantwortung übernimmt – für sich selbst und für eine Beziehung.
Wir wünschen uns Verbindung statt Spielchen, Tiefe statt Dauer-Drama und Verlässlichkeit statt ständiger Unsicherheit.
Und genau hier wird es schwierig. Nicht, weil diese Männer nicht existieren, sondern weil emotionale Reife immer noch keine Selbstverständlichkeit ist.
Viele Männer sind sozialisiert worden, stark zu sein, Gefühle zu verdrängen und Probleme lieber zu ignorieren als zu besprechen. Das macht echte Nähe kompliziert.
Wer gelernt hat, Emotionen wegzuschieben, muss sie erst wieder zulassen – und das braucht Zeit, Mut und oft auch Bereitschaft zur Veränderung.
Dating ist schneller geworden – aber nicht ehrlicher

Apps haben das Kennenlernen einfacher gemacht, aber nicht unbedingt besser.
Wir haben heute unendlich viele Optionen, Dating-Apps, Profile und Matches. Und genau das führt dazu, dass viele Menschen ständig das Gefühl haben, da könnte noch etwas Besseres kommen.
Diese permanente Vergleichbarkeit verhindert oft echtes Einlassen.
Verbindlichkeit wird aufgeschoben. Gespräche bleiben oberflächlich. Sobald es ernst wird, wird weitergeswiped.
Nicht, weil jemand bewusst verletzen will, sondern weil das Angebot überfordernd ist und Nähe plötzlich als Einschränkung empfunden wird.
Tiefe braucht Zeit – und Zeit wirkt im schnellen Dating-Alltag oft wie ein Luxus.
Ein guter Mann, der wirklich bereit ist, sich einzulassen, geht in dieser Schnelllebigkeit oft unter.
Er ist vielleicht nicht der lauteste, nicht der spannendste Chat, nicht der mit den perfekten Fotos. Und Frauen, die Tiefe suchen, fühlen sich irgendwann müde vom immer gleichen Kennenlern-Marathon. Nicht, weil sie hoffnungslos sind, sondern weil sie sich nach Echtheit sehnen.
Viele Männer sind selbst orientierungslos

Das ist ein Punkt, über den selten gesprochen wird – aber er ist wichtig.
Viele Männer wissen selbst nicht genau, wer sie sind oder was sie wollen.
Rollenbilder haben sich verändert, Erwartungen auch. Das verunsichert, vor allem dann, wenn es keine klaren Vorbilder für emotionale Reife gibt.
Zwischen „emotional verfügbar sein“ und „nicht schwach wirken“, zwischen Freiheit und Bindung, zwischen Nähe und Rückzug geraten viele Männer innerlich ins Schwimmen.
Sie spüren Erwartungen von außen und innere Zweifel zugleich. Das führt nicht selten zu Bindungsangst, Unverbindlichkeit oder plötzlichem Rückzug, sobald es ernst wird.
Das heißt nicht, dass sie schlecht oder lieblos sind. Aber es heißt, dass sie oft nicht bereit sind für die Art von Beziehung, die viele Frauen heute suchen.
Und Bereitschaft ist mindestens genauso wichtig wie Gefühle. Denn ohne innere Klarheit kann keine stabile Verbindung entstehen.
Wir tolerieren weniger – und das ist gut so

Ein weiterer Grund, warum es sich schwerer anfühlt: Wir bleiben nicht mehr so lange in schlechten Konstellationen.
Früher haben Frauen vieles ausgehalten, entschuldigt oder kleingeredet.
Heute gehen wir schneller, wenn Respekt fehlt, Kommunikation nicht klappt oder wir uns klein fühlen. Wir erkennen Warnsignale früher – und nehmen sie ernst.
Das ist kein Zeichen von Anspruchsdenken, sondern von Selbstachtung. Aber es bedeutet auch: Wir treffen öfter die Entscheidung, lieber allein zu sein als mit dem falschen Mann.
Diese Entscheidung ist mutig, auch wenn sie manchmal weh tut.
Und ja, das kann sich gelegentlich einsam anfühlen. Vor allem dann, wenn wir sehen, wie andere scheinbar mühelos Beziehungen führen. Aber es ist gesünder als eine Beziehung, die uns Energie raubt, uns verunsichert oder uns von uns selbst entfernt. Allein zu sein ist kein Scheitern – es ist oft ein Akt von Stärke.
Gute Männer sind oft nicht dort, wo wir suchen

Ein ehrlicher Punkt unter Freundinnen: Viele gute Männer sind nicht die lautesten im Raum.
Sie sind nicht die, die in Dating-Apps mit markigen Sprüchen auffallen oder ständig um Aufmerksamkeit buhlen.
Sie drängen sich nicht in den Vordergrund und wirken deshalb oft unscheinbarer, als sie eigentlich sind.
Viele von ihnen führen ein ruhiges Leben, haben feste Routinen, enge Freundschaften und wenig Bedürfnis nach Selbstdarstellung.
Im modernen Dating-Zirkus gehen sie dadurch leicht unter. Nicht, weil sie uninteressant sind, sondern weil sie nicht gelernt haben, sich zu verkaufen.
Das kann dazu führen, dass wir sie übersehen oder zu schnell aussortieren. Nicht aus Arroganz, sondern weil wir in einem System suchen, das Oberflächlichkeit belohnt.
Tiefe braucht Zeit – und manchmal auch den Mut, genauer hinzuschauen, statt sofort weiterzuziehen.
Wir selbst haben uns verändert – und das braucht Raum

Viele Frauen, die sich heute diese Frage stellen, stehen an einem ganz anderen Punkt im Leben als früher.
Sie sind unabhängiger, reflektierter und emotional bewusster. Sie brauchen keinen Mann mehr, um sich vollständig zu fühlen – sie wollen einen, der ihr Leben ergänzt.
Das ist ein großer Unterschied. Beziehungen entstehen heute nicht mehr aus einem Mangel heraus, sondern aus dem Wunsch nach echter Verbindung.
Und genau das erhöht die Anforderungen auf beiden Seiten. Nähe auf Augenhöhe verlangt Selbstkenntnis, Kommunikationsfähigkeit und emotionale Präsenz.
Nicht jeder Mann ist dafür bereit – und nicht jeder Mann fühlt sich davon angezogen.
Das bedeutet nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es bedeutet nur, dass du nicht mehr jede Beziehung eingehst, sondern nur noch die, die wirklich zu dir passt.
Es liegt nicht an dir – wirklich nicht

Dieser Punkt ist mir besonders wichtig. Wenn du Single bist und dich fragst, ob mit dir etwas nicht stimmt, dann lass dir das ganz klar sagen: Nein. Tut es nicht.
Dein Beziehungsstatus sagt nichts über deinen Wert aus.
Du bist nicht zu anspruchsvoll, nicht zu unabhängig und nicht zu kompliziert.
Du bist einfach ehrlich mit dir selbst und weißt, was du brauchst – und was nicht mehr funktioniert. Und das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.
Manchmal fühlt sich dieser Weg einsam an, vor allem wenn man sich wünscht, anzukommen.
Aber lieber wartest du auf etwas Echtes, als dich in etwas Halbes zu begeben. Du darfst darauf vertrauen, dass dein Wunsch nach Tiefe berechtigt ist.
