frau schwarze haare

Halbe Liebe reicht mir nicht mehr, dann bleibe ich lieber Single

Ich habe keine Angst mehr davor, allein zu sein, ich habe Angst davor, noch einmal Jahre an einen Mann zu verschwenden, der mich nur halb will. 

Ich will nie wieder neben jemandem sitzen und mich fragen müssen, ob ich ihm wirklich wichtig bin oder nur gerade bequem genug.

Ich habe genug von Nachrichten ohne Verbindlichkeit, Gefühlen ohne Konsequenzen und Männern, die mich vermissen, sobald ich gehe, aber mich nicht richtig lieben können, solange ich bleibe. 

Wenn du mich willst, dann entscheide dich für mich, und wenn du das nicht kannst, dann mach bitte Platz.

Vielleicht hätte ich früher länger gewartet, mehr erklärt und noch eine Chance gegeben. 

Heute weiß ich, dass Single zu sein mich niemals so einsam machen kann wie eine Beziehung, in der ich ständig um das Minimum kämpfen muss.

Ich will keinen Mann mehr, bei dem ich ständig rätseln muss

frau altes telefon
© Gabriella Csapo / corelens

Ich kenne dieses Spiel inzwischen viel zu gut. Heute schreibt er dir bis zwei Uhr nachts, morgen braucht er plötzlich Abstand und übermorgen tut er so, als wäre zwischen euch nie etwas Besonderes gewesen.

Früher habe ich versucht, darin eine Erklärung zu finden. 

Heute sehe ich darin vor allem einen Mann, der selbst nicht weiß, was er will, und ich bin nicht länger bereit, den Preis für seine Unentschlossenheit zu bezahlen.

Ich möchte nicht mehr analysieren, warum jemand meine Nachricht gelesen und sechs Stunden nicht beantwortet hat. Ich möchte auch nicht überlegen müssen, ob ich zu viel Nähe wollte, nur weil ich gern wissen würde, woran ich bin.

Wenn ein Mann Interesse hat, möchte ich es nicht aus kryptischen Zeichen zusammensetzen müssen. 

Ich will eine Liebe, bei der ich nicht jeden Tag Detektivin meiner eigenen Beziehung sein muss.

Ich bin müde von Männern, die sagen, sie hätten Angst vor Bindung, während sie gleichzeitig alle Vorteile einer Beziehung genießen möchten. Nähe, Aufmerksamkeit, Trost und meine Loyalität werden gern genommen, aber sobald ich Klarheit möchte, wird es angeblich plötzlich zu ernst.

Nein, danke. 

Ich bin nicht mehr bereit, Freundin zu spielen für einen Mann, der sich weigert, mein Partner zu sein.

Vielleicht klingt das hart, aber ich habe lange genug weich reagiert. Ich habe Männern Verständnis gegeben, die mir dafür Unsicherheit zurückgegeben haben.

Heute brauche ich keinen perfekten Mann. Ich brauche nur einen, bei dem ich nicht ständig darüber nachdenken muss, ob morgen noch dasselbe gilt wie heute.

Ich werde nicht mehr um Dinge bitten, die selbstverständlich sein sollten

frau torer lippenstift
Reza Roshan / Pexels

Ich habe keine Lust mehr, einem erwachsenen Mann zu erklären, dass Kommunikation wichtig ist. 

Ich möchte nicht mehr darum bitten müssen, dass er sich meldet, zu seinem Wort steht oder mich nicht nur dann sehen will, wenn es gerade in seinen Kalender passt.

Wenn ich dir erklären muss, warum Respekt, Verlässlichkeit und echtes Interesse wichtig sind, bist du wahrscheinlich ohnehin nicht der Mann für mich. 

Ich möchte meine Energie nicht länger in Grundlagen investieren.

Früher dachte ich, Beziehungen würden eben Arbeit bedeuten. Das tun sie auch, aber ich habe irgendwann verstanden, dass „an einer Beziehung arbeiten“ etwas völlig anderes ist als ständig darum zu kämpfen, überhaupt eine Beziehung zu haben.

Ich will nicht mehr diejenige sein, die jedes schwierige Gespräch beginnt. 

Wenn nur ich versuche, Nähe herzustellen, dann kämpfen wir nicht gemeinsam um uns, sondern ich kämpfe allein gegen dein Desinteresse.

Ich werde auch nicht mehr darum bitten, Priorität zu sein. Wenn du immer Zeit für Freunde, Hobbys, Arbeit und dein Handy hast, aber bei mir jedes Treffen kompliziert organisiert werden muss, habe ich meine Antwort bereits.

Menschen finden Zeit für das, was ihnen wichtig ist. 

Natürlich ist das Leben manchmal chaotisch, aber dauerhafte Gleichgültigkeit lässt sich nicht mit einem vollen Terminkalender entschuldigen.

Ich will nicht mehr „verständnisvoll“ sein, bis von meinen Bedürfnissen nichts mehr übrig ist. Diese Version von mir hat genug gegeben.

Die neue Version von mir fragt nicht mehr: „Wie kann ich ihn dazu bringen, mich richtig zu lieben?“ 

Sie fragt: „Warum bin ich überhaupt noch hier, wenn ich so wenig bekomme?“

Ich bin lieber Single, als mich in einer Beziehung wieder selbst zu verlieren

frau im sonnenlicht
© Vlada Karpovich / corelens

Alleinsein hat mir früher Angst gemacht. Ich dachte, eine schlechte Beziehung wäre immer noch besser als nach Hause zu kommen und niemanden zu haben.

Heute sehe ich das völlig anders. 

Das Schlimmste ist nicht, allein nach Hause zu kommen, sondern nach Hause zu einem Mann zu kommen und sich trotzdem ungeliebt zu fühlen.

Single zu sein bedeutet für mich inzwischen Ruhe. Ich muss nicht aufpassen, in welcher Stimmung jemand ist, und ich muss meine eigenen Bedürfnisse nicht mehr so formulieren, dass sich bloß niemand davon gestört fühlt.

Ich kann meine Zeit verbringen, wie ich möchte. 

Ich kann mit Freundinnen ausgehen, allein verreisen, früh schlafen, spät aufstehen und Entscheidungen treffen, ohne dabei jedes Mal die emotionale Temperatur eines anderen Menschen prüfen zu müssen.

Das klingt vielleicht banal. 

Doch Freiheit fühlt sich unglaublich kostbar an, wenn du vorher lange in einer Beziehung gelebt hast, in der du dich ständig angepasst hast.

Ich habe mich schon einmal kleiner gemacht, um einen Mann nicht zu verlieren. Ich habe weniger verlangt, weniger gesagt und so getan, als würden mich Dinge nicht verletzen, nur damit es zwischen uns ruhig bleibt.

Das mache ich nicht noch einmal. 

Kein Mann ist es wert, dass ich mich selbst verlassen muss, damit er bei mir bleibt.

Wenn die richtige Liebe kommt, wird sie mich nicht zwingen, zwischen Beziehung und Selbstachtung zu wählen. Sie wird Platz für beides haben.

Und wenn diese Liebe nicht kommt, dann lebe ich trotzdem weiter. Mein Leben ist kein Wartezimmer, in dem ich sitze, bis endlich ein Mann auftaucht und ihm Bedeutung gibt.

Wenn du mich nur halb willst, bekommst du mich gar nicht mehr

frau laeft weg
© Vlada Karpovich / corelens

Das ist vielleicht die wichtigste Lektion, die ich gelernt habe. Halbe Liebe tut oft mehr weh als gar keine, weil sie dir ständig gerade genug Hoffnung gibt, um zu bleiben.

Er gibt dir einen schönen Abend und danach wieder drei Tage Distanz. 

Du hältst dich an den wenigen guten Momenten fest und übersiehst irgendwann, dass du den Großteil deiner Beziehung damit verbringst, auf den nächsten zu warten.

Genau darauf habe ich keine Lust mehr. Ich möchte keinen Mann, der erst dann Gefühle zeigt, wenn er merkt, dass ich wirklich gehen könnte.

Ich möchte auch nicht die Frau sein, die immer wieder dieselbe Tür öffnet. 

Wenn du mich erst schätzen kannst, sobald du mich verlierst, dann hast du mich vielleicht nie wirklich geschätzt, sondern nur meine Verfügbarkeit.

Ich brauche keine großen Liebeserklärungen. Ich brauche Konsequenz.

Sag nicht, dass du mich vermisst, wenn du nie Zeit für mich hast. Sag nicht, dass ich dir wichtig bin, wenn dein Verhalten mich ständig das Gegenteil fühlen lässt.

Ich will einen Mann, dessen Worte und Taten sich nicht gegenseitig widersprechen.

 Liebe darf kompliziert sein, aber sie sollte mich nicht permanent darüber im Unklaren lassen, ob sie überhaupt existiert.

Und deshalb gehe ich heute schneller. Nicht weil ich kalt geworden bin, sondern weil ich endlich verstanden habe, wie viel mich falsches Bleiben kosten kann.

Ich werde keinen Mann mehr überzeugen, mich zu wählen. 

Ich möchte gewählt werden, ohne mich dafür verbiegen, beweisen oder emotional erschöpfen zu müssen.

Wenn das bedeutet, länger Single zu bleiben, dann bin ich damit vollkommen einverstanden. Denn allein kann ich mir wenigstens sicher sein, dass niemand jeden Tag ein kleines Stück meiner Selbstachtung nimmt.

Ich will Liebe, aber nicht um jeden Preis. 

Ich will sie ganz, ehrlich und gegenseitig, oder ich will sie gar nicht.

Halbe Aufmerksamkeit, halbe Versprechen und halbe Zukunftspläne interessieren mich nicht mehr. Mein Herz ist kein Ort für Menschen, die ständig mit einem Fuß draußen stehen.

Halbe Liebe reicht mir nicht mehr, dann bleibe ich lieber Single. 

Und zum ersten Mal fühlt sich dieser Satz nicht traurig an, sondern verdammt stark.

Mehr zum Thema